Hi Solopreneur,

5. Klasse. Humanistisches Gymnasium in Landshut.

Grundschule lief recht easy. Dann kam Latein.

Eine Vier in der ersten Arbeit. Der Lehrer: "Wenn Du so weitermachst, wird das Gymnasium hart."

Ich saß da. Wusste nicht weiter.

Dann kam meine Mama. (Happy Muttertag an alle Mütter btw.)

Ihr Satz: "Du hast kein System."

Also: Karteikasten gekauft. Karteikarten. Die wichtigsten Lateinwörter draufgeschrieben. Regelmäßige Abfrage.

Belohnung: Gummibärchen :)

was für ein System :)

Und siehe da. Ab dem Zeitpunkt lief es.

Vielen Solopreneuren wünsche ich aktuell auch einen Karteikasten.

Im übertragenen Sinne.

Denn ich sehe sehr ähnliche Muster wie bei mir in der 5. Klasse:

Du bist zu Claude gewechselt. Neue Schule, sozusagen.

Vieles ist neu. Skills, Agents, Memories. Die Möglichkeiten sind riesig. Du probierst aus, manchmal kommen gute Sachen raus.

Aber das Gesamtbild fehlt.

Und du weißt: Da ist noch viel mehr drin. Ich schöpfe das nicht wirklich aus.

Hard fact: Genau das stimmt.

Deswegen wollen wir heute eine kleine Übung machen, mit der Du die Grundbausteine einer guten AI-Architektur für Dich definierst.

Was Du brauchst: Nur einen Stift, ein Blatt Papier (oder Notion 🙂)

Und diese drei Fragen:

🗂️ Frage 1: Wo liegen Deine Daten?

Klingt langweilig. Ist es nicht.

Denn Claude ist nur so gut wie das, was Du ihm gibst. Und die meisten wissen gar nicht genau, wo ihre wichtigsten Infos eigentlich stecken.

Schnapp Dir ein Blatt. Schreib runter:

→ Wo Dein Company-Wissen?

→ Wo Deine tägliche ToDos und Termine?

→ Wo sind Deine Kunden-Calls?

→ Wo Deine Kursinhalte oder Angebote?

→ Wo Deine Sales-Pipeline?

Pro Datenquelle: das Tool dahinter.

Kontextwissen ist die Voraussetzung #1 für ein richtig gutes System.

Wenn Du es nicht weißt, weiß Claude es auch nicht.

Das ist übrigens keine Technik-Frage, sondern dient der Struktur. Und die meisten überspringen sie.

Und wundern sich dann, warum AI-Outputs so generisch klingen. 

🔄 Frage 2: Was sind Deine Kernprozesse?

Klar, die großen drei kennst Du. Wahrscheinlich: Marketing. Sales. Operations.

Frag Dich aber pro Bereich: Wo arbeite ich täglich? Wo geht meine Zeit wirklich rein?

Marketing: Wie entsteht ein Post von der Idee bis zum Veröffentlichen

Sales: Wie kommt ein Lead rein und wie wird daraus ein Call?

Operations: Welche Routinen halten den Laden am Laufen? Wie gehe ich z.B. bei der Rechnungserstellung vor?

Was Du es nicht in Worten beschreiben kannst, kannst Du auch nicht automatisieren.

Pro-Tipp: Mach eine Woche Time-Tracking. Du wirst überrascht sein, wo Deine Stunden wirklich landen.

🤖 Frage 3: Wo kann Automatisierung Stück für Stück übernehmen?

Pro Kernprozess: Wo unterstützt AI? Wo übernimmt Automatisierung komplett?

Beispiel Newsletter:

Idee kommt meist von mir.

Recherche: AI.

Draft: AI.

Versand: automatisiert.

Und das kannst Du natürlich in allen Bereichen mal durchdenken:

Marketing: Newsletter-Agent, Carousel-Agent, Bild-Agent in meinem Stil
Sales: Lead-Recherche, Vorab-Mail-Drafter, Angebots-Builder
Operations: Tagesbriefing, Konkurrenz-Watch, Wochen-Audit

Start: Pro Prozess einen Schritt nehmen, der Dich am meisten Zeit kostet. Da fängst Du an.

⚠️ Wo Solopreneure typisch hängen bleiben

Wie bei mir damals in Latein durchlaufen die meisten Solopreneuren drei Stufen.

Stufe 1: Starten. Du probierst herum. Baust erste Setups. Sammelst Erfahrung. Habe ich genauso gemacht.

Stufe 2: Muster. Du erkennst, wie Prozesse funktionieren. Du siehst, was wiederkommt. Hier bleiben die meisten hängen.

Stufe 3: System. Du baust ein Setup, das aufeinander aufbaut. Und selbst lernt. Das ist der Karteikasten-Moment. Das System arbeitet für Dich, nicht umgekehrt.

90 Prozent stecken in Stufe 1 oder 2.

In Stufe 3 spielt aber die wirkliche Musik.

Genau da liegt der größte Hebel für Solopreneure.

🏃‍♂️ Persönliches Update

Aktuell läuft die erste Gruppe in meinem Programm: Automation Kickstarter.

Super coole Solopreneure und wir machen genau das: echte Systeme bauen.

Mit Claude und smarten Automatisierungen.

Nächste Woche gehe ich mit ihnen tief ins Newsletter-Setup.

Ehrlich? Newsletter-Schreiben ist mein Lieblings-Format.

Auch beim Newsletter zeigt sich genau das. Wer eine klare Struktur hat, nach der er schreibt, ist schneller, konsistenter – und der Output ist besser. Ohne Struktur fängt man jedes Mal von vorne an.

Und dann gibt es noch einige Schultermine im Mai.

Es schließt sich nämlich auch ein Kreis:

Mein Sohnemann kommt nächstes Jahr in die 5. Klasse.

Mit Latein.

Mal schauen, was er sagt, wenn ich ihm den Karteikasten auf den Schreibtisch stelle 😊

Du machst Dein Ding.

Die Automatisierung den Rest.

Bis nächste Woche 🚀

Bruno

 

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