Hi Solopreneur,

eine Frage bekomme ich ständig: Was hat Deine Arbeit mit AI am meisten verändert?

Die meisten erwarten dann eine Antwort mit Wumms. Ein bestimmtes Modell. Eine krasse Automatisierung, die im Hintergrund läuft.

Und dann kommt meine Antwort. Und die überrascht eigentlich jeden.

Ich spreche. Meine Tastatur brauche ich immer weniger.

Das war's. Kein Modell, kein Workflow, kein Setup.

Diesen Newsletter hier zum Beispiel habe ich nicht getippt. Ich habe ihn erzählt.

Vier Minuten. Einmal alles raus, was mir im Kopf rumgeht. Kein Gliedern, kein Formulieren, kein schöner Satzbau.

Danach steht der Rohbau. Ich muss nur noch schärfen.

Das Thema ist nicht neu, Empfehlungen dazu hast Du bestimmt schon gesehen.

Unterschätzt wird trotzdem, wie groß der Hebel ist. Und ausgerechnet das Tool, das gerade überall empfohlen wird, nutze ich nicht mehr.

🎙️ Warum Sprechen der eigentliche Hebel ist

Gute Ergebnisse mit AI hängen an einer Sache: Kontext.

Je mehr das Modell über Dich, Dein Business und Deinen Fall weiß, desto besser wird der Output.

Nur: Kontext liefern heißt schreiben. Und schreiben ist zäh.

Du sprichst rund dreimal so schnell, wie Du tippst.

Also passiert das, was immer passiert. Du tippst drei Zeilen statt fünfzehn. Das Modell rät den Rest. Das Ergebnis ist mittelmäßig. Und Du denkst, AI kann es halt nicht.

Und das wiederholt sich bei jedem Prompt. Jeden Tag.

Sprichst Du, kippst Du in derselben Zeit ein Vielfaches an Kontext rein. Und das Modell hat null Problem damit, aus wirrem Gerede die Struktur zu ziehen. Genau dafür ist es gebaut.

💬 Der Denkfehler: Wir formulieren für die Maschine sauber vor. Dabei ist Sortieren ihr Job, nicht Deiner. Rede einfach.

⚠️ Warum die meisten es einmal probieren und dann lassen

Jetzt kommt die Stelle, an der es bei den meisten kippt.

Sie nehmen die Spracheingabe, die eh schon da ist. Die von Windows. Oder die von macOS.

Und die ist holprig.

Fachbegriffe werden zerlegt. Namen falsch geschrieben. Aus "n8n" wird irgendwas. Jeder zweite Satz muss nachgebessert werden.

Am Ende sitzt Du länger am Korrigieren als vorher am Tippen. Und Dein Kontext kommt verwässert an.

Die eingebaute Funktion ist einfach zu schlecht für den Job.

⚠️ Der Haken: Wenn Deine Transkription schlecht ist, wird auch der AI-Output schlecht. Shit in, shit out gilt hier eins zu eins.

Hol Dir ein richtiges Tool. Es gibt gute kostenlose.

🛠️ 3 Tools, die es wirklich drauf haben

1. Wispr Flow: das bekannteste
https://wisprflow.ai

Ich habe es lange genutzt und hier auch empfohlen. Es kann viel.

Vor ein paar Monaten bin ich trotzdem raus.

Zu viele Fehler. Abbrüche. Freeze mitten im Satz, offline trotz stabilem Netz. Dazu ein Abo und Datenschutz-Fragen, die mir bis heute niemand sauber beantwortet hat. Ich spreche da ja auch private Dinge ein.

Ich mag die Idee immer noch. Aber ich will arbeiten, nicht testen.

Falls Du Dich wunderst, warum Dir Wispr Flow gerade überall über den Weg läuft: Das Partner-Programm zahlt 25 % pro Verkauf, ein ganzes Jahr lang. Dazu ein eigenes Creator-Programm.

Das macht das Tool nicht schlecht. Es erklärt nur, warum es in jeder deutschen AI-Bubble gleichzeitig wie der einzige Kandidat wirkt.

💡 Kurz erklärt: Bei einem Affiliate-Programm verdient der Empfehlende an jedem Abschluss mit. Völlig legitim, solange es transparent ist. Nur: Eine Empfehlung ohne diesen Hinweis ist keine neutrale Meinung. Frag im Zweifel nach.

2. Spokenly: mein Favorit
https://spokenly.app

Kostenlos, wenn Du lokale Modelle nutzt.

Und genau so fahre ich es. Meine Transkription geht nicht in die Cloud, sondern läuft direkt auf dem Mac. Das Gesagte verlässt das Gerät nicht.

Die Qualität ist überragend. Für Deutsch wie für Englisch.

Es gibt auch eine Pro-Version für die Cloud-Modelle. Ehrlicherweise: Ich nutze Spokenly täglich und bin bisher an kein Limit gestoßen.

App für Mac und iPhone. Und ja, für Windows gibt es sie auch, habe ich selbst schon eingerichtet.

📌 Aus der Praxis: Nimm bei den lokalen Modellen Nvidia Parakeet Tdt 0.6B V3. 496 MB Download, dann läuft es. Ultraschnell, sehr genau, mehrsprachig und komplett offline. Das ist auch das Modell, das bei mir dauerhaft aktiv ist.

So sieht das in der App aus. Du lädst das Modell einmal, danach ist Schluss mit Cloud.

3. Superwhisper: die solide Alternative
https://superwhisper.com

Läuft ebenfalls lokal, erkennt sehr zuverlässig, gibt es für Mac, Windows und iPhone.

Kostenlose Version vorhanden, für die stärkeren Modelle gibt es ein Abo.

Weniger Modell-Auswahl als Spokenly. Dafür simpler eingerichtet.

Kurz: Windows und maximal einfach? Superwhisper. Mac, kostenlos und alles bleibt lokal? Spokenly.

Und der ganze Rest

Daneben gibt es einen ganzen Schwarm kleinerer Tools. MacWhisper, VoiceInk, Alter, Willow, und gefühlt jede Woche kommt eins dazu.

Sich da durchzuvergleichen bringt Dir wenig. Die Kriterien sind bei allen dieselben:

→ Läuft es lokal auf Deinem Gerät?

→ Erkennt es Deutsch sauber, inklusive Deiner Fachbegriffe?

→ Funktioniert es in jedem Fenster, nicht nur in der eigenen App?

Drei Haken? Dann ist es gut genug. Der Rest ist Geschmack.

💡 Der Pro-Tipp, der den Unterschied macht

Das Beste kommt nicht beim Prompten. Es kommt beim Kontext-Aufbau.

Setz Dich einmal hin und sprich zehn Minuten am Stück ein: Wie Dein Business funktioniert. Wer Deine Kunden sind. Wie Du arbeitest. Was in Deinem aktuellen Projekt steckt.

Getippt hättest Du das nie gemacht. Zu aufwendig, immer morgen.

Gesprochen sind es zehn Minuten. Und Du hast das Fundament für Dein Second Brain.

Ab da muss AI nicht mehr raten, wer Du bist.

📌 Aus der Praxis: Ich mache das vor jedem größeren Projekt. Einmal alles einsprechen, was zum Vorhaben im Kopf ist. Was danach rauskommt, ist um Welten näher an dem, was ich wirklich wollte.

Und das Beste: Diese Tools laufen überall. In Claude. In der Mail. In der LinkedIn-Antwort. In Notion.

Ein Tastendruck, egal in welchem Fenster.

Wrap it up

Bessere AI-Ergebnisse hängen an Kontext. Sprechen ist der schnellste Weg, Kontext zu liefern.

Die eingebauten Diktier-Funktionen von Mac und Windows sind der Grund, warum die meisten wieder aufhören.

Spokenly ist mein Favorit: kostenlos, lokal, kein Datenabfluss.

Bei Tool-Empfehlungen lohnt der Blick, wer daran verdient.

Zehn Minuten Kontext einsprechen schlägt jeden noch so cleveren Prompt.

Der Einstieg kostet Dich einen Download und zehn Minuten. Was Dich das Schieben kostet, merkst Du nur deshalb nicht, weil es sich über den ganzen Tag verteilt.

Fang klein an. Ein Tool installieren, eine Mail einsprechen. Nach drei Tagen willst Du nicht mehr zurück.

🏃‍♂️ Persönliches Update:

Diese Woche das Live-Webinar. Fast 100 Leute live im Call. Richtig cool.

Nächste Woche stehen jetzt jede Menge Automation Checks mit den Teilnehmern an.

Ich freu mich drauf.

Du machst Dein Ding.

Die Automatisierung den Rest.

Bis nächste Woche 🚀

Bruno

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