Hi Solopreneur,

Irgendwo auf einer Insel in Brasilien liegt ein Buch von mir.

2011 war ich dort und habe einen guten Freund besucht. Rio, São Paulo, Belo Horizonte. Eine richtig coole Reise.

Dabei immer: mein Journal.

Da zeichne ich Eindrücke rein. Und schreibe alles auf, was ich mir merken will.

Ein paar dieser Bücher habe ich heute noch.

Eins nicht.

Das liegt in einem Hostel auf Ilha Grande. Ich weiß sogar noch genau, wo ich es habe liegen lassen.

Wahrscheinlich liegt es da immer noch.

Das tut mir bis heute leid. Ich würde so gerne nochmal drin lesen.

Etwas aufschreiben und nie wiederfinden. Mega ärgerlich.

Heute gibt es dafür ganz andere Möglichkeiten. Das Stichwort, das gerade überall fällt: Second Brain.

Und rund ums Second Brain kursieren jede Menge Mythen. Heute räume ich damit auf.

5 Mythen übers Second Brain. Und was wirklich stimmt.

🧠 Das Wissen ist da. Nur nicht greifbar.

Bevor wir loslegen: In meinen Kundengesprächen kommt das Thema gerade ständig auf.

Fast immer in dieselbe Richtung.

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💬 "Wo muss ich die denn ablegen, damit Claude darauf zugreifen kann?"

Oder:

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💬 "Und dann habe ich immer keinen guten Zugriff auf meine Knowledge."

Das ist der Kern. Das Wissen ist da.

Es liegt nur verstreut. In PDFs, Notizen, Calls und im eigenen Kopf.

Jedes Mal, wenn Du eine Präsentation baust, ein Angebot schreibst oder einen Post planst, suchst Du es wieder zusammen.

Oder Du erklärst Claude zum fünften Mal, wer Du bist.

Und der Haufen wächst jede Woche. Jeder Call, jedes PDF, jede Notiz. Je länger Du wartest, desto größer der Berg, den Du später sortieren musst.

❌ Mythos 1: "Claude kennt mich doch längst."

In Teilen stimmt das.

Claude baut sich über die Zeit ein Profil von Dir auf. Wer Du bist, was Du machst, wie Du schreibst.

Aber arbeitest Du in Projekten und verschiedenen Chats, fehlt das Entscheidende.

Claude kennt nicht jede Präsentation, die Du je gebaut hast. Nicht jedes Produkt, das Du entworfen hast.

Und über manche Themen in Deinem Business hast Du mit Claude vielleicht noch nie gesprochen. Dann fehlen die komplett.

Genau dieses Kontextwissen liefert Dir ein Second Brain. In jedem Chat, jedes Mal.

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📌 Beispiel aus der Praxis: Mein Second Brain kennt all meine Business-Aktivitäten und weiß, woran ich gerade arbeite. Wenn ich einen Newsletter schreibe, kennt es meinen Stil, meine letzten Ausgaben und die Fragen aus meinen Kundengesprächen. Ich muss nichts davon erklären.

❌ Mythos 2: "Ich habe doch alle meine Infos gespeichert."

Gut so. Dann kommt die spannende Frage: Wo?

Meistens in verschiedenen Systemen. Nicht aufeinander abgestimmt. Und die AI kommt nicht wirklich ran.

Selbst wenn alles in Notion liegt: Unmengen unstrukturierter Daten machen noch kein smartes Brain.

Dazu kommt: Über Monate und Jahre sammelt sich super viel an.

Altes Angebot, neues Angebot. Alte Produktstrategie, neue Produktstrategie. Alles liegt nebeneinander.

Ein neuerer Trend, den ich bei mir selbst gerade umbaue: das Wiki.

Statt tausend loser Notizen gibt es pro Thema eine Seite.

Jede Seite erzählt den aktuellen Stand. Mit Quelle, woher die Info kommt.

Und die Seiten sind untereinander verlinkt. Wie Dein eigenes kleines Wikipedia.

Kommt neues Wissen dazu, wird die passende Seite umgeschrieben. Statt einer neuen Notiz, die neben zehn alten liegt.

❌ Mythos 3: "Wechsle ich den Anbieter, fange ich von vorne an."

Nicht, wenn Du es richtig aufbaust.

Ein gut gebautes Second Brain besteht aus ganz einfachen Textdateien. Die kann jedes Sprachmodell lesen.

Heute arbeitest Du mit Claude.

Morgen dockst Du es bei ChatGPT an.

Gleicher Kontext, anderes Modell. Vielleicht besser, günstiger oder schneller.

Gerade bei dem Tempo, in dem sich die Modelle aktuell überholen, ist das Gold wert.

❌ Mythos 4: "Ich brauche erst das richtige Tool."

Ich höre ständig: "Mein Second Brain ist in Notion." Oder: "Ich mache das in Obsidian."

Ehrlich? Das Tool kommt erst an zweiter Stelle.

An erster Stelle steht der Aufbau. Was kommt wohin, wie hängt es zusammen, wie bleibt es aktuell.

Gerade wenn Du kein Techie bist: Lass Dich nicht abschrecken.

Viele schauen sich Obsidian an und denken: Oh Gott, mega kompliziert. Will ich nicht.

Musst Du auch nicht. Es geht einfacher.

Ein Second Brain funktioniert auch mit ganz normalen Textdateien direkt in Claude.

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📌 Beispiel aus der Praxis: Ich nutze Obsidian als Oberfläche für mein Wiki. Aber das ist nur die Brille, mit der ich draufschaue. Darunter liegen ganz normale Textdateien, und die funktionieren auch rein in Claude.

❌ Mythos 5: "Einmal aufgebaut, läuft das für immer."

Einmal aufgebaut läuft es richtig gut. Definitiv.

Aber nur, wenn Du einbaust, dass es aktuell bleibt.

Ein Second Brain, das Du einmal befüllst und dann vergisst, ist nach drei Monaten veraltet.

Bei mir läuft deshalb jeden Morgen alles, was am Vortag dazugekommen ist, gegen mein Second Brain.

Aus der Arbeit mit Claude und aus meinen Notizen.

Ist etwas neu, wird die passende Seite aktualisiert.

Und widerspricht sich etwas, werde ich gefragt.

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📌 Beispiel aus der Praxis: Vor einem halben Jahr sahen meine Preise noch etwas anders aus. Die alten Preise liegen noch in meinen Notizen. Kommt der neue Stand rein, überschreibt das System nicht still. Es fragt mich: Was ist jetzt aktuell? Ich antworte einmal, und alles ist wieder auf Stand.

So weiß es mit jeder Woche ein bisschen mehr über Dich.

Ohne dass Du extra Pflegezeit einplanst.

🚀 So startest Du: die Wissens-Inventur

Du musst nicht gleich ein Wiki bauen.

Die erste Frage reicht: Wo liegt Dein Wissen heute eigentlich?

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⚠️ Deine Übung für diese Woche:
1. Schreib jeden Ort auf, an dem Business-Wissen liegt. PDFs, Notion, OneNote, Google Drive, Call-Transcripts, Mails, Dein Kopf.

2. Wähl daraus die Daten aus, die Du definitiv in Deinem Second Brain haben willst. Und prüf, wie Du sie Claude zugänglich machst.

3. Überall, wo Du Lücken hast: Lass Dich von Claude oder ChatGPT interviewen. Gern 10 bis 20 Minuten, in denen Du einfach alles über Dein Business erzählst.

Das ist Deine Startbasis. Von hier aus baust Du Dein Second Brain Schritt für Schritt weiter.

Bei meinen Kunden ist das übrigens immer der allererste Baustein. Weil alles andere darauf aufbaut.

✅ Wrap it up

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✅ Claude kennt Dich in Teilen. Den vollen Kontext liefert erst Dein Second Brain.

→ Gespeichert heißt nicht greifbar. Eine aktuelle Seite pro Thema schon.

→ Einfache Textdateien machen Dich unabhängig vom Modell.

→ Erst der Aufbau, dann das Tool. Textdateien in Claude reichen.

→ Es läuft richtig gut, wenn Du einbaust, dass es aktuell bleibt.

🏃‍♂️ Persönliches Update

Heißt das alles, dass ich keine Journals mehr nutze?

Ne.

Ich schreibe immer noch gerne von Hand in Bücher. Ja, ich weiß, ich als AI-Poweruser. Trotzdem.

Manchmal mache ich auch den Hybrid-Modus. Ich fotografiere die Seiten ab und gebe sie in mein Second Brain.

Und so geht auch kein Journal mehr auf Ilha Grande verloren. Zumindest nicht der Inhalt.

Noch ein kleiner Teaser zum Schluss: Ein neues Webinar ist in Planung.

Infos bekommst Du bald, natürlich als Erstes hier im Newsletter.


Bis dahin: Happy Braining.

Du machst Dein Ding.

Ai macht den Rest.

Bis nächste Woche 🚀

Bruno

Nur Tools, die ich selbst nutze. Die Links sind Empfehlungs- bzw. Affiliate-Links.

→ News: Notion. Notion hat ein paar spannende neue AI-Features in den Plänen. Ich als Plus-User habe außerdem gerade 14 Tage Business gratis zum Testen bekommen. Check mal Dein Notion, vielleicht ist da auch für Dich was dabei.

→ Kondo: Mein LinkedIn- und WhatsApp-Postfach, direkt mit Claude verbunden. Über meinen Link bekommst Du 1 Monat kostenlos.

→ Granola: Mein Notetaker für Calls. Daraus kommen auch die Kundenstimmen in diesem Newsletter. Über meinen Link bekommst Du 2 Monate Granola Business kostenlos.

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