Hi Solopreneur,

mein Newsfeed sieht gerade anders aus als noch im Frühjahr.

Die erste Jahreshälfte gehörte Claude. Vor allem Claude Code und Cowork. Die Entwicklung war krass, und sie hat massenhaft Leute rübergezogen.

Jetzt ist ChatGPT wieder am Drücker.

Jeden Tag ein neuer Post. Viele große Creator gehen zurück zu ChatGPT.

Oder waren plötzlich nie woanders.

Und dazwischen sitzen ziemlich viele Solopreneure und fragen sich, ob sie was verpassen.

Ich hab mir die Woche genommen und geschaut, was da wirklich dran ist.

🔔 Was in den letzten zehn Tagen passiert ist

Am 3. September hat OpenAI GPT-6 Astra veröffentlicht. Das neue Topmodell.

Drei Tage später hat Jensen Huang, der Chef von Nvidia, auf X das hier geschrieben:

AGI ist da. Sagt der Mann, der die Chips dafür verkauft. Und im selben Atemzug: 400.000 GPUs kommen als Nächstes.

💡 Kurz erklärt: AGI
AGI heißt Artificial General Intelligence. Gemeint ist eine AI, die beliebige geistige Aufgaben auf menschlichem Niveau löst. Nicht eine Sache gut, sondern alles. Bisher war das der Punkt am Horizont, auf den alle gezeigt haben.

Ehrlich? Ich würde das nicht überbewerten.

Zwei Wochen vorher hat Huang gesagt, der Begriff AGI sei praktisch bedeutungslos. Jetzt ruft er sie aus. Auf der Hardware, die er verkauft.

Auch OpenAI-Präsident Greg Brockman hat beim Start "Willkommen in der AGI-Ära" geschrieben.

Trotzdem ist der Post ein guter Marker dafür, wie die Stimmung gerade kippt. Im Frühjahr hat niemand so über ChatGPT geredet.

🔄 5 Gründe, warum gerade viele zurückwechseln

Ich hab zusammengetragen, was gerade am häufigsten genannt wird. Aus Testberichten und aus dem, was mir überall im Feed begegnet.

1. Der Browser sitzt jetzt im Chat

Chat links, Browser rechts. Damit automatisierst Du auch das, was keine Schnittstelle hat.

OpenAI hatte dafür lange einen eigenen Browser, Atlas. Der wurde am 9. August eingestellt, die Fähigkeiten sind direkt in ChatGPT gewandert. Mit mehreren Tabs, Downloads und Login.

📌 Beispiel aus der Praxis
Aus einem Testbericht: Newsletter fertig geschrieben, dann in drei Minuten rüber in den Newsletter-Anbieter. Kein Export, kein Copy-Paste, keine Schnittstelle. Die AI klickt es einfach.

2. Computer Use funktioniert richtig gut

Der Punkt, der mich am meisten überrascht hat. Und der einzige mit harten Zahlen.

→ Das richtige Element auf dem Bildschirm finden und klicken: von 76,9 auf 92,7 Prozent

→ Mehrstufige Automatisierungen: von 18,1 auf 41,4 Prozent

→ Aufgaben, die im ersten Anlauf klappen: 88 Prozent, vorher 56

Der Sprung von "klappt in jedem zweiten Fall" auf "klappt fast immer" ist genau der Punkt, an dem so etwas im Alltag brauchbar wird.

3. Bilder im selben Chat

Kein zweites Tool, kein zweites Abo. Dazu unten mehr, das ist gerade mein Lieblingsthema.

4. Die Nutzungsgrenzen

Bei Claude ist das Thema nie ganz weg. Viele berichten, dass sie schneller anstehen als früher.

Der Unterschied: Claude zeigt Dir Deinen Stand und stoppt Dich dann. Bei ChatGPT ist das genauso, allerdings sind die Grenzen, gerade bei schwächeren Modellen großzügiger, sodass Du im “normalen” Chat so gut wie nie daran stößt.

5. Ein Abo statt zwei

Bild, Sprache, Recherche, Codex. Alles in einem.

Für einen Solopreneur ist das kein Detail. Das sind 20 bis 40 Euro im Monat und ein Tool weniger im Kopf.

🧭 Was in der Diskussion für Dich wirklich zählt

Drei Punkte sind für dich dabei wichtig:

1. Du willst für Dich das Optimum rausholen

Also musst Du wissen, welche Modelle gerade vorne sind.

Ja, es nervt, dass sich das alle paar Wochen dreht. Ist aber so. Beobachten gehört dazu, sonst arbeitest Du in einem Jahr mit dem Stand von heute.

2. Du brauchst die Ableitung für Dein eigenes System

Das Modell allein bringt Dir wenig. Du willst ein eigenes Agenten-Team, das für Dich arbeitet wie ein echtes Team.

Die Frage lautet also: Wie setze ich den Rahmen, in dem ich richtig gut arbeiten kann. Und wie passt das aktuell stärkste Modell da rein.

3. Du musst als Unternehmer unabhängig bleiben

Der wichtigste Punkt.

Deine Datengrundlage, Dein Second Brain, Deine Prozesse müssen mit verschiedenen Top-Modellen funktionieren.

Bricht Claude weg, arbeitest Du weiter. Bricht ChatGPT weg, arbeitest Du weiter.

Setz nie auf nur einen Anbieter.

⚠️ Die Frage, die Du Dir stellen solltest
Wenn ich nächste Woche wechseln müsste, wie viel von meiner Arbeit könnte ich mitnehmen?
Wenn die Antwort "wenig" ist, liegt das Problem nicht am Tool.

🙋 Und ich selbst?

Ich bleibe erstmal bei Claude. Ich bin sehr happy damit, und Fable ist ein mega starkes Modell.

Trotzdem schaue ich mir ChatGPT gerade sehr genau an.

Die Lösungen, die ich mit meinen Kunden erstelle, sind so flexibel, dass sie mit Claude und ChatGPT (und auch anderen Lösungen) betrieben werden können.

So bleibe ich flexibel. Und Du als Kunde auch.

🎨 Wo ChatGPT gerade wirklich abliefert: Bilder

Das ist der eine Punkt, wo ich ohne Diskussion zu ChatGPT greife.

Am coolsten finde ich die Kurzbefehle.

Früher hast Du einen halben Absatz getippt, um ein gutes Ergebnis zu bekommen. Jetzt schreibst Du einen Befehl und holst aus einem einzelnen Bild richtig starke Sachen raus.

Ein paar, die ich am häufigsten nehme:

/proshot macht aus einem Urlaubsfoto ein Portrait, das nach Shooting aussieht

/studio setzt Dich ins saubere Studio-Licht

/sameoutfit behält Dein Outfit, wenn Du die Szene wechselst

/neon legt Neon-Licht drüber

/street setzt Dich in eine Straßenszene

Und Du kannst sie kombinieren. Da kommen dann die richtig coolen Ergebnisse raus.

Die Idee habe ich übrigens aus einem Post von Florian Hübner (Mr. Tech). Den Link findest Du unten bei den Links der Woche.

Wrap it up

✔️ GPT-6 Astra ist seit dem 3. September draußen, Nvidia-Chef Huang hat direkt AGI ausgerufen. Einordnen, nicht mitreißen lassen.

✔️ Computer Use ist messbar besser geworden. 88 Prozent der Aufgaben im ersten Anlauf statt 56.

✔️ Der Browser sitzt jetzt in ChatGPT. Damit automatisierst Du auch, was keine Schnittstelle hat.

✔️ Wissen, welche Modelle vorne sind. Daraus Dein System ableiten. Und portabel bleiben.

✔️ Bei Bildern lohnt ChatGPT sofort. Fang mit fertigen Kurzbefehlen an.

🏃‍♂️ Persönliches Update

Letzte Woche hatte ich ein paar Anlaufschwierigkeiten. 😊 Diese Woche ist die Energie zurück.

LinkedIn hat wieder Vollfahrt aufgenommen. Macht gerade auch wieder richtig Spaß.

Mein neues Content-System läuft. Da erzähl ich Dir in den nächsten Wochen mehr drüber.

Und nächste Woche startet außerdem die nächste Runde vom Kickstarter.

Sind wie immer super Leute dabei, da freu ich mich richtig drauf. 🙌

Du machst Dein Ding.

AI macht den Rest.

Bis nächste Woche 🚀

Bruno

Keine Abendsession ohne Blaulichtbrille :)

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